Junges Philosophieren

Vielleicht sind Kinder und Jugendliche  noch keine Philosophinnen und Philosophen. Aber sie interessieren sich fürs Philosophieren - mit allem Recht und einer großen Kompetenz!

Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Ihr Kind fragt Sie:

Was antworten Sie? Und sind Sie mit der Antwort, die Sie gegeben haben (wenn Sie eine gegeben haben), zufrieden?

Werden junge Menschen mit ihren Fragen allein gelassen, verselbständigen sich vielleicht ihre Nöte, oder das zarte Pflänzchen logisch-erkenntnistheoretischen Interesses wird im Keim erstickt. Deshalb ermuntert Junges Philosophieren Schülerinnen und Schüler dazu, philosophische Fragen zu stellen, logisch zu durchdringen und für sich zu klären.

Damit verbindet Junges Philosophieren auf einzigartige Weise die inhaltliche Arbeit an komplexen und manchmal sogar unreflektiert tabuisierten Themen mit der Schulung des logischen Denkens und Argumentierens. Denn die Ausbildung der Argumentationskompetenz und eigener philosophischer Kategorien hat nicht nur einen Selbstwert - sie ist auch beste Grundlage für eine mathematische, sprachliche, musische und soziale Lernentwicklung.

Angebote

Angebote junges Philosophieren

Jedes Kind, das eine philosophische Frage oder Theorie hat, ist herzlich eingeladen, mit mir auszuprobieren, was sich damit anfangen lässt. Inhalt unserer Gespräche ist das, was das Kind als philosophisches Rätsel bewegt. Dies kann ganz unterschiedlich sein. Beispielsweise fragten mich in letzter Zeit Kinder:

  • Wo geht der Dienstag hin, wenn er vorbei ist?
  • Als Gott die Welt schuf, war er da schon da? Gehört er also nicht zur Welt?
  • Warum machen Menschen Krieg?
  • Was ist, wenn meine Mama stirbt?
  • Was ist gerecht? Ist das etwas Anderes als fair?
  • Wie groß ist die Welt?
  • Ist Luft Natur?

Junges Philosophieren kann sowohl in Einzelgesprächen stattfinden als auch in der Gruppe. Hier ist Zeit dafür, einer einzigen komplizierten Angelegenheit in Ruhe mal so richtig auf den Grund zu gehen. Dies befriedigt in besonderem Maße das innere Bedürfnis, mit den eigenen Fragen ernst genommen zu werden.

Nicht nur, aber besonders (hoch)begabte Kinder erfahren so eine Tiefe der Auseinandersetzung und eine Intensität des Gesprächs, für die in ihrem Alltag oft die Zeit und die Informationsgrundlage fehlen und die sie deshalb  nicht oder nur selten kennen lernen. 

In den angebotenen Kursreihen wird das Philosophieren altersgerecht in der eigenen Lernumgebung erfahrbar gemacht. Dafür wird ein vorgegebenes Thema in mehreren Abschnitten bearbeitet. Neben den aktuell angebotenen Themen "Was ist die Natur?" und "Interkulturelle Kompetenz" kann nach Absprache auch zu einem selbst gewählten Thema eine Kursreihe entwickelt werden. Diese Angebote richten sich in erster Linie an Kindertagesstätten, Grundschulen und offene Ganztagsbetreuungen, stehen aber prinzipiell allen Interessierten offen und können ab fünf Teilnehmern vor Ort realisiert werden.

Speziell für Kinder im Grundschulalter konzipiert ist die ganzjährige Arbeitsgemeinschaft "Was ist Glück?". Die Treffen finden während der Schulzeiten wöchentlich in der eigenen Bildungseinrichtung (Schule oder Nachmittagsbetreuung) statt. Weitere Themen für Arbeitsgemeinschaften sind nach Absprache jederzeit möglich.